
historycast - Was war, was wird?
Kreisau 1942/43 – Krzyżowa 1989: Eine historische Umarmung
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historycast - Was war, was wird?
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Am 12. November 1989, drei Tage nach dem Mauerfall, umarmen sich Helmut Kohl und Tadeusz Mazowiecki bei einer Messe im polnischen Krzyżowa, dem früheren Kreisau. Der Friedensgruß wird zum Sinnbild deutsch-polnischer Versöhnung. Der Ort ist bewusst gewählt: Hier entwarfen Mitglieder des Kreisauer Kreises 1942/43 eine Ordnung für Deutschland und Europa nach dem Nationalsozialismus. In der vierten Folge der fünften historycast-Staffel „Über Grenzen. Transnationale Orte und Momente der Demokratiegeschichte“ spricht Almut Finck vor Ort mit Robert Żurek und Sarah Schumayer über Widerstand, Versöhnung und die Frage, was dieses Erbe jungen Menschen heute bedeuten kann. Adlige und Sozialdemokraten, katholische und protestantische Geistliche: Der Kreis um Helmuth James von Moltke und Peter Yorck von Wartenburg brachte Menschen zusammen, die zuvor oft gegnerischen Lagern angehört hatten. Gemeinsam dachten sie über ein anderes Deutschland in einem vereinigten Europa nach. Jahrzehnte später knüpfte die Versöhnungsmesse an diese Geschichte an. Das Gespräch beleuchtet aber auch Widersprüche und blinde Flecken der Annäherung – von der umstrittenen Grenzfrage bis zur fehlenden jüdischen Beteiligung